Rallye des Princesses Richard Mille – Eleganz auf Rädern
- Lisa Lesunja

- 30. März
- 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 19 Stunden
Die Rallye des Princesses Richard Mille
Die Rallye des Princesses Richard Mille ist weit mehr als ein motorsportliches Ereignis. Sie ist ein Ausdruck von Eleganz, Präzision und Leidenschaft, der die Faszination klassischer Automobile mit der Welt des Lifestyles verbindet. Im Zentrum steht dabei nicht das reine Tempo, sondern die Fähigkeit, Fahrkunst, Teamgeist und Zeitgefühl in harmonischen Einklang zu bringen. Schon beim Start – traditionell an einem symbolträchtigen Ort im Herzen von Paris – wird deutlich, dass es sich hier um ein außergewöhnliches Erlebnis handelt, das die Grenze zwischen Sport und gesellschaftlichem Ereignis spielerisch auflöst.
Ursprung und Idee
Die Grundidee der Rallye besteht darin, Frauen in den Mittelpunkt einer Disziplin zu stellen, die traditionell von Männern dominiert wird. Statt Geschwindigkeit steht Präzision im Vordergrund. Gefahren wird nach dem Prinzip einer Regularity Rallye: Es gilt, vorgegebene Durchschnittsgeschwindigkeiten exakt einzuhalten, Zwischenkontrollen präzise zu passieren und die Route mit höchster Aufmerksamkeit zu meistern.
Das erfordert ein perfektes Zusammenspiel zwischen Fahrerin und Beifahrerin. Während die eine das klassische Automobil souverän über kurvenreiche Landstraßen und durch enge Dörfer lenkt, überwacht die andere Stoppuhr, Roadbook und Navigation.
Dieser Fokus auf Teamgeist und Präzision verleiht der Veranstaltung ihren besonderen Charakter. Die Rallye ist weniger ein Rennen im herkömmlichen Sinn als vielmehr eine Art rollendes Schachspiel, bei dem Strategie, Konzentration und Timing über den Erfolg entscheiden.
Klassische Automobile als Hauptdarsteller
Die Fahrzeuge, die an dieser Rallye teilnehmen, stammen aus einer Epoche, in der Automobilbau noch echte Handwerkskunst war. Modelle aus den 1950er- bis frühen 1990er-Jahren prägen das Bild: elegante Cabriolets, sportliche Roadster, seltene Coupés. Jedes Auto trägt seine eigene Geschichte – sichtbar im Lack, im Interieur und hörbar im unverwechselbaren Klang des Motors.
Viele dieser Fahrzeuge sind seltene Sammlerstücke, die sonst meist nur in Museen oder bei ausgewählten Concours d’Elegance zu sehen sind. Auf den Straßen dieser Rallye erwachen sie zu neuem Leben.
Es ist ein Schauspiel, das Enthusiasten wie Laien gleichermaßen begeistert: das tiefe Grollen eines V8, das feine Surren eines Vierzylinders, die fließenden Linien der Karosserien vor malerischen Landschaften. Diese Fahrzeuge sind nicht nur Transportmittel, sondern Ausdruck von Stil, Persönlichkeit und Leidenschaft.
Die Route – von Paris in den Süden
Die Streckenführung war schon immer ein zentrales Element des Erlebnisses. Ausgangspunkt ist das urbane Herz Frankreichs – oft ein eleganter Platz in Paris –, wo die Fahrzeuge unter den Blicken von Zuschauern, Presse und Liebhabern starten.
Von dort führt die Reise durch abwechslungsreiche Landschaften: die Weinberge Burgunds, die Seen- und Alpenregionen Savoyens, die weiten Ebenen der Provence und schließlich die kurvenreichen Straßen des Mittelmeerraums.
Die Etappen sind so konzipiert, dass sie sportliche Präzision mit landschaftlichem Genuss verbinden. Fahrerinnen und Beifahrerinnen müssen sich auf enge Zeitvorgaben konzentrieren, während Schlösser, charmante Dörfer und weite Felder an ihnen vorbeiziehen. Am Ende jeder Etappe wartet ein Zielort, der für seine kulturelle Bedeutung oder landschaftliche Schönheit bekannt ist.
Präzision statt Geschwindigkeit
Das Besondere an der Rallye des Princesses Richard Mille ist ihre Gewichtung. Während klassische Rallyes auf Geschwindigkeit setzen, entscheidet hier die Kunst der Gleichmäßigkeit. Jede Sekunde zu früh oder zu spät an einem Kontrollpunkt bringt Strafpunkte. Jede Abweichung von der vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit wird registriert, häufig mithilfe von GPS-Systemen, die jede Bewegung der Fahrzeuge genau nachzeichnen.
Dadurch wird die Rallye zu einer mentalen Herausforderung. Fahrerin und Beifahrerin müssen sich perfekt ergänzen, um die Balance zwischen fahrerischem Können und exakter Zeitplanung zu halten. Es ist eine Symbiose aus Technik, Instinkt und Disziplin, die den Erfolg ausmacht.

Lifestyle und Gesellschaft
Die Rallye ist ebenso gesellschaftliches Ereignis wie sportlicher Wettbewerb. Schon der Start wird von einem eleganten Rahmenprogramm begleitet: Designer-Outfits, stilvolle Accessoires und die Ästhetik klassischer Automobile schaffen eine Atmosphäre, die an die goldene Ära des Grand Tourismus erinnert.
Am Abend verwandeln sich die Etappenorte in Treffpunkte für Teilnehmerinnen, Sponsoren, Medienvertreter und Gäste. Gala-Dinner, kulturelle Programme und exklusive Empfänge machen die Rallye zu einem Erlebnis, das weit über den Motorsport hinausgeht.
Der Name Richard Mille ist eng mit dieser Welt verbunden. Die Uhrmacher-Marke steht für technische Präzision und avantgardistisches Design – Werte, die perfekt zum Charakter der Rallye passen. Die Partnerschaft unterstreicht den luxuriösen Anspruch der Veranstaltung und sichert ihr einen festen Platz im internationalen Eventkalender.
Ein Symbol für Empowerment
In einer Motorsportwelt, die nach wie vor stark von Männern dominiert wird, setzt die Rallye ein bewusstes Zeichen. Frauen stehen hier im Mittelpunkt – sie fahren, navigieren und entscheiden letztlich über Sieg oder Niederlage.
Damit wird die Veranstaltung auch zu einem Symbol für Selbstbewusstsein und Empowerment. Viele Teilnehmerinnen sind erfolgreiche Unternehmerinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen oder Sammlerinnen, die in dieser Rallye nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine Plattform für Austausch und Inspiration finden.
Das Zusammenspiel von Motorsport und Lifestyle, Tradition und Moderne, Eleganz und Präzision macht die Rallye des Princesses Richard Mille zu einem Ereignis, das weit über den Motorsport hinausstrahlt.
Eleganz in Bewegung
Die Rallye des Princesses Richard Mille ist eine Ode an die Leidenschaft für klassische Automobile, an die Kunst der Präzision und an die Eleganz des Lebensstils. Sie vereint Frauen aus aller Welt, verbindet Generationen und bietet ein Schauspiel, das gleichermaßen die Sinne wie den Geist anspricht.
Sie ist nicht einfach ein Rennen, sondern eine Reise – durch Landschaften, durch Geschichte und durch Emotionen. Eine Bühne, auf der Automobile zu Protagonisten werden, Frauen ihre Stärke zeigen und Eleganz auf Rädern Gestalt annimmt.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 1 – 23. Mai 2026, Paris
Der Tag beginnt an der Place Vendôme, im Herzen von Paris. In unserem perfekt abgestimmten Duo-Look – ein weiß-blaues, maßgeschneidertes Kleid kombiniert mit Autry-Sneakers – holen Beatrice und ich unseren Porsche 911 F aus dem Jahr 1970 im Parkhaus ab. Erst gestern wurde er von Porsche Basel angeliefert.
Die erste Fahrt durch die Straßen von Paris ist zugleich aufregend und herausfordernd – sicherlich eine meiner größten Hürden. Umso glücklicher bin ich, dass die Straßen an diesem sonnigen Morgen ungewöhnlich frei sind. Fast mühelos erreichen wir die Place Vendôme, wo wir unser Auto direkt vor der berühmten Statue, gegenüber dem Ritz Hotel, parken.
Anschließend geht es zum Check-in. Mehrere Stationen erwarten uns: Namensschilder, Gepäckabgabe, Sicherheitsbriefing, technische Abnahme des Fahrzeugs – und natürlich das Herzstück der Rallye: das Roadbook. Zwei beeindruckend dicke Bände, gefüllt mit Strecken, Zeitkontrollen und Herausforderungen der kommenden Tage.
Auf dem Platz herrscht lebendiges Treiben. Oldtimer in allen Farben, elegante Damenteams im Partnerlook – überall wird gelacht, diskutiert und sich ausgetauscht. Erste Freundschaften entstehen, Erfahrungen werden geteilt, und die Vorfreude ist überall spürbar.
Beatrice und ich ziehen uns schließlich in das wunderschöne Gartencafé des Ritz zurück. Bei sommerlichen Temperaturen beginnen wir, uns intensiv auf die kommende Woche vorzubereiten. Seite für Seite arbeiten wir uns durch das Roadbook, studieren die Strecken und notieren Fragen, die wir noch am selben Tag klären können.
Am Nachmittag, pünktlich um 16:30 Uhr, werden alle Teams unter Applaus offiziell vorgestellt. Es folgt ein eleganter Empfang mit Cocktails, der nahtlos in einen stilvollen Abend übergeht: Champagner, feine Häppchen und die Präsentation durch Richard Mille – ein würdiger Auftakt für diese besondere Rallye.
Erschöpft, aber voller Eindrücke, kehren wir am Abend ins Hotel zurück. Ein spannender erster Tag liegt hinter uns – und die Vorfreude auf morgen, wenn es endlich Richtung Troyes geht, ist kaum zu übertreffen.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 2 – 24. Mai 2026 Paris nach Troyes
Heute beginnt die Rallye wirklich.
Der Morgen an der Place Vendôme fühlt sich anders an als gestern – konzentrierter, gespannter. Motoren werden gestartet, letzte Handgriffe erledigt, und die Leichtigkeit des Vortages weicht einem spürbaren Fokus. Zwischen 8:15 und 8:45 Uhr starten die Teams nacheinander – und plötzlich wird alles real.
Anschließend führt uns der Weg zur Abbaye de Chaalis, wo ab 9:30 Uhr der offizielle sportliche Start erfolgt. Die Kulisse ist beeindruckend: historische Mauern, umgeben von Natur – ein Moment, der Gänsehaut verursacht. Entsprechend unserer Kategorie und Durchschnittsgeschwindigkeit reihen wir uns ein, wissend, dass nun jede Sekunde zählt.
Die erste Etappe führt uns von Paris nach Troyes – 300 Kilometer, zuzüglich der Transferstrecke. Anders als erwartet geht es nicht direkt in den Süden, sondern zunächst in die Champagne. Und schnell wird klar, warum: sanfte Hügel, endlose Weinberge und spektakuläre Ausblicke auf das Marne-Tal begleiten uns.
Doch so idyllisch die Landschaft auch ist – diese Etappe ist alles andere als ein sanfter Einstieg.
Unsere größte Herausforderung heute: die Zeitkontrollen.
Die vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten exakt einzuhalten verlangt höchste Präzision und perfekte Abstimmung zwischen Fahrerin und Beifahrerin. Jede Sekunde zählt – im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt Momente der Unsicherheit, schnelle Korrekturen und intensive Konzentration, besonders in den drei Gleichmäßigkeitsprüfungen, die mitten durch die Weinberge führen.
Nach einem Lunch in Épernay, im Herzen der Champagne, setzen wir unsere Fahrt entlang der Route du Champagne fort. Die Landschaft bleibt atemberaubend – fast im Kontrast zu der mentalen Anspannung im Fahrzeug.
Als wir schließlich in Troyes ankommen, sind wir gleichermaßen erfüllt und gefordert. Diese erste Etappe hat uns klar gezeigt, wo wir stehen – und wo wir uns noch verbessern können.
Genau das nehmen wir mit.
Am Abend werden wir vom Bürgermeister im Rathaus von Troyes empfangen – ein stilvoller und würdiger Abschluss dieses intensiven Tages. Da sich alle Hotels im Zentrum befinden, klingt der Abend entspannt aus – fast ruhig im Vergleich zur Dynamik des Tages.
Beim Zurückblicken ist eines ganz klar: Morgen gehen wir noch besser vorbereitet an den Start.
Wir werden uns weiter verbessern, unsere Abstimmung verfeinern – und unser Bestes geben.
Denn diese Rallye hat gerade erst begonnen.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 3 – 25. Mai 2026 Troyes nach Vichy
Tag 3 der Rallye des Princesses Richard Mille und langsam kommen wir immer besser in unseren Rhythmus. Für die Zeitprüfungen haben wir heute eine neue Strategie ausprobiert, und tatsächlich: Wir haben uns sichtlich verbessert. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass man als Team dazulernt, präziser wird und sich die Konzentration auf der Strecke auszahlt.
Die Etappe führte uns von Troyes nach Vichy, insgesamt rund 350 Kilometer. Wir fuhren durch die Chablis-Weinregion, weiter durch den Morvan, vorbei an wunderschönen Orten, Schlössern und Landschaften, die fast zu schön waren, um einfach nur daran vorbeizufahren. Leider bleibt bei den Mittagessen und Kaffeepausen viel zu wenig Zeit, um all diese besonderen Orte wirklich zu genießen. Man kommt an, atmet kurz durch, trinkt einen Kaffee, schaut einmal um sich und schon geht es weiter.
Aber genau das ist vielleicht auch Teil dieser Rallye: Man sammelt Eindrücke im Vorbeifahren. Licht, Kurven, Hitze, Staub, Applaus, Konzentration. Und immer wieder diese hinreißende Landschaft.
Unser Porsche 911 E von 1970 ist weiterhin in fabelhaftem Zustand. Trotz der Hitze hat er uns nicht im Stich gelassen. Der Motor schnurrt wie eine Katze und gibt uns das wunderbare Gefühl, dass wir uns auf ihn verlassen können. Es ist wirklich besonders, mit so einem Klassiker unterwegs zu sein, nicht nur als Fahrzeug, sondern fast wie mit einem dritten Teammitglied.
Die Ankunft in Vichy war ausgelassen und fröhlich. So viele Menschen standen am Straßenrand, applaudierten und feierten uns bei der Einfahrt. Der Ort selbst war wunderschön, voller Charme und Geschichte, und die Stimmung am Abend kaum zu übertreffen. Die Party im Pavillon war ein echtes Highlight: elegant, lebendig, voller Energie und genau der richtige Abschluss für einen intensiven Rallye-Tag.
Müde, glücklich und ein bisschen stolz gehen wir in den nächsten Tag. Die Rallye fordert uns, aber sie schenkt uns auch unvergessliche Momente.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 4 – 26. Mai 2026 Vichy nach Aix-les-Bains
Heute war es heiß. Wirklich heiß. Über 30 Grad, und manchmal hatte ich das Gefühl, dass nicht nur wir, sondern auch unser Porsche tief durchatmen musste.
Kurz nach 9 Uhr sind wir gut gelaunt und voller Zuversicht in Vichy gestartet. Nach den letzten Tagen hatten wir das Gefühl, langsam besser in unseren Rhythmus zu kommen. Beatrice und ich waren motiviert, konzentriert und gespannt auf das, was uns heute erwarten würde. Die Berge riefen, und wir waren bereit.
Die Etappe führte uns von Vichy nach Aix-les-Bains, rund 350 Kilometer durch die Rhône-Alpes-Region, vorbei am Beaujolais, durch die Gorges de la Loire und über den Grand Colombier. Die Landschaft war einfach hinreißend. Diese Mischung aus Kurven, Bergen, kleinen Orten, Ausblicken und endlosen Straßen ist schwer zu beschreiben. Man möchte eigentlich anhalten, schauen, genießen, aber die Rallye ruft weiter.
Die Zeitkontrollen liefen heute von unserer Seite deutlich besser. Das hat uns richtig gutgetan. Wir haben gemerkt, dass unsere neue Strategie funktioniert und dass wir als Team sicherer werden. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man nicht nur fährt, sondern wirklich gemeinsam denkt, reagiert und sich verbessert.
Natürlich lief nicht alles perfekt. Wir hatten Probleme mit dem Lautsprecher, dazu kamen Baustellen und Verkehr, die unsere Euphorie zwischendurch etwas gebremst haben. Aber auch das gehört dazu. Man muss improvisieren, ruhig bleiben und trotzdem weiterfahren.
Besonders schön war der Kaffeestopp am Château de la Roche, einem Schloss aus dem 13. Jahrhundert auf einer kleinen Insel in der Loire. Auch die Aussichtspunkte in den Bergen waren wunderschön. Für einen kurzen Moment konnten wir durchatmen, Wasser trinken, den Blick genießen und einfach dankbar sein, hier dabei zu sein.
Unser Porsche lechzte nach Öl, so wie wir nach Wasser. Bei dieser Hitze war jede Pause eine kleine Rettung. Aber er hat uns nicht im Stich gelassen. Der Motor lief weiter, tapfer und zuverlässig, fast so, als wollte er uns sagen: Kommt, wir schaffen das.
Das Finale über den Col du Grand Colombier mit seinen berühmten Serpentinen war beeindruckend und anspruchsvoll zugleich. Der Blick auf Aix-les-Bains und den Lac du Bourget war ein echter Höhepunkt dieses Tages.
Am Hafen angekommen, waren wir müde, verschwitzt, aber glücklich. Die Stimmung war wunderbar. Am Abend erwartete uns dann noch ein besonderer Abschluss im Casino mit dem Motto Gatsby. Nach diesem heißen, intensiven Rallye-Tag war die 20er-Jahre-Atmosphäre genau richtig: glamourös, fröhlich und voller Leben.
Ein Tag voller Hitze, Kurven, kleiner Herausforderungen und großer Momente. Und am Ende das schöne Gefühl: Wir wachsen mit jeder Etappe mehr zusammen.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 5 – 27. Mai 2026 Aix-les-Bains bis Nîmes
Heute stand die Marathon-Etappe dieser Rallye auf dem Programm: 365 Kilometer von Aix-les-Bains nach Nîmes. Schon am Morgen war klar, dass dies einer der intensivsten Tage werden würde. Die Temperaturen waren ausserordentlich hoch, alle schwitzten, und viele Teams hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Es lag eine besondere Spannung in der Luft, denn diese Etappe führte uns durch einige der eindrucksvollsten Landschaften der Rallye.
Am Vormittag ging es durch die Ausläufer der Chartreuse und mitten durch das Herz des Vercors. Viele Abschnitte waren als Verbindungsstrecken geplant, sodass wir die Landschaft wirklich geniessen konnten. Nach dem Colombier am Vortag waren die Gorges erneut ein absoluter Höhepunkt: dramatische Felsen, enge Strassen, weite Ausblicke und dieses Gefühl, mitten in einer Filmkulisse unterwegs zu sein. Trotz der Hitze war es wunderschön und sehr bewegend.
Unser Start in den Tag war zunächst gut. Wir hatten unseren Lautsprecher für die Zeitkontrollen wieder zum Laufen gebracht und konnten konzentriert losfahren. Gerade bei den Regularity-Tests ist jedes Detail wichtig, und es tat gut, mit funktionierender Technik und einem positiven Gefühl in diese lange Etappe zu starten.
Später führte uns die Strecke weiter Richtung Drôme Provençale. Der Coffee Stop wurde heute zu einem späteren Apéro-Stop, bevor es zum Mittagessen ins Château Les Oliviers de Salettes ging. Nach den vielen Kilometern, der Hitze und der Konzentration war diese Pause besonders willkommen. Ein Moment zum Durchatmen, Trinken, Sammeln und Weiterfahren.
Am Nachmittag ging es weiter durch die Ausläufer der Ardèche, unter anderem durch die beeindruckenden Gorges de l’Ardèche und mit einem Stopp bei der Chartreuse de Valbonne. Die Strecke war landschaftlich unglaublich schön, aber die Hitze machte Mensch und Maschine schwer zu schaffen. Man merkte überall, wie anstrengend dieser Tag war. Viele Autos kämpften mit Überhitzung, und auch die letzte Zeitkontrolle wurde deshalb schliesslich gestrichen.
Bei unserer Nachmittagspause hatten wir dann Glück im Unglück: Unser Reifen verlor plötzlich Luft. Vermutlich hatte die grosse Hitze dem Schlauch zugesetzt. Zum Glück bemerkten wir es sofort, und es passierte direkt auf dem Parkplatz. Kein gefährlicher Moment auf der Strasse, sondern ein Schreck zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die netten Jungs vom Classic Car Mechanical Team halfen uns sofort beim Reifenwechsel. Dafür sind wir sehr dankbar. In solchen Momenten spürt man wieder, wie besonders diese Rallye ist: Man ist zwar im Wettbewerb, aber gleichzeitig hält man zusammen.
Nach der Reifenpanne konnten wir wieder gut starten und sind am Ende zufrieden ins Ziel nach Nîmes eingefahren. Müde, verschwitzt, aber glücklich. Es war eine Etappe, die uns körperlich und mental gefordert hat, aber auch eine, die uns mit unvergesslichen Bildern belohnt hat.
Am Abend wartete dann ein ganz besonderer Abschluss auf uns: ein römischer Abend auf dem Dach des Musée de la Romanité in Nîmes. Die Location war wunderschön, sehr stilvoll und passend zur Stadt. Nach diesem langen, heissen Tag dort oben zusammenzukommen, war unglaublich schön. So viele Frauen, so viele Geschichten, so viel Energie und Freude an einem Ort. Man spürte die Erleichterung, den Stolz und diese besondere Verbindung, die während einer Rallye entsteht.
Es war ein Abend zum Ankommen, Austauschen, Lachen und Geniessen. Unter freiem Himmel, über den Dächern von Nîmes, mit römischer Atmosphäre und vielen inspirierenden Frauen um uns herum. Nach einer so intensiven Etappe fühlte sich dieser Moment fast magisch an: erschöpft, aber erfüllt, dankbar und glücklich, Teil dieses Abenteuers zu sein.
Rallye des Princesses 2026 – TagebuchTag 6 – 28. Mai 2026 Nîmes bis Saint Tropez
Ankunft in Saint-Tropez: Mit einem Lächeln, das seit Nîmes nicht mehr von meinem Gesicht gewichen ist, starteten wir in die letzte Etappe. Die Euphorie saß schon am Morgen tief — man spürt es, wenn etwas zu Ende geht, das man nie vergessen wird.
Die Route führte uns durch ein Provence, das sich von seiner schönsten Seite zeigte: das Rhône-Tal, der Himmel über den Baux-de-Provence, das Mittagessen im Château de Sannes im Luberon. Zum ersten Mal auf dieser Rallye hatten wir wirklich Zeit — Zeit, innezuhalten, zu atmen, zu genießen. Zeit für ein richtiges Mittagessen, für ein Gespräch ohne Blick auf die Uhr, für das Bewusstsein: Wir haben es fast geschafft.
Und dann — Saint-Tropez.
Die Einfahrt auf die Place des Lices ist einer jener Momente, die man nicht planen kann. Die Menschen, der Applaus, das Gewusel, die Sonne. Man kämpft sich durch den obligatorischen Stau — aber auch das gehört dazu, auch das ist Rallye. Und dann steht man da. Die Schlüssel noch in der Hand, das Herz noch auf 200. Geschafft.
Was diese sechs Tage mit mir gemacht haben, lässt sich schwer in Worte fassen. Wir sind als Team gestartet — und als Familie angekommen. Wir haben zusammen navigiert, zusammen gezweifelt, zusammen gelacht. Wir haben Frauen kennengelernt, die uns inspiriert haben, die uns überraschten, die uns berührt haben. Jede von ihnen trägt eine Geschichte, eine Energie, eine Stärke in sich — genau das macht die Rallye des Princesses so besonders.
Am Abend dann die White Party: weiße Kleider, ausgelassene Stimmung, tanzende Princesses unter dem Saint-Tropez-Himmel. Es war kein Abschluss — es fühlte sich eher wie ein Versprechen an. Ein Versprechen, wiederzukommen. Besser vorbereitet, noch neugieriger, noch mutiger.
Ich bin dankbar — für meine Copilotin, für unsere Partner, die uns auf diesem Abenteuer begleitet haben: Porsche Basel Classic Car, Lesunja Fine Jewellery & Watches, Globus Beauty, Autry Global, Vipera The Label Wicky Store CW Fashion Denium Qismat und die Fotografen, die diese Momente festgehalten haben. Für das Team der Rallye des Princesses, das Jahr für Jahr etwas Unvergleichliches schafft.
Und ich bin sicher: Es war nicht meine letzte Rallye.
LisaLesunja



















































Kommentare